Glossar

Eine Abkürzung sollte keine Entscheidung verdecken. Hier erklären wir zwölf Begriffe aus Solarstrom, Gebäuden und Energieberatung. Die verlinkten Artikel zeigen, wo sie praktisch wichtig werden.

Die Liste funktioniert ohne JavaScript. Jeder Begriff hat eine feste Sprungmarke, die sich direkt verlinken lässt.

Register

Alle zwölf Begriffe in der Reihenfolge, in der sie in den Beiträgen auftreten.

12 Begriffe. Mehrere Buchstabengruppen, eine gemeinsame Seite.

Begriffe von A bis Z

EEG

EEG steht für Erneuerbare-Energien-Gesetz. Es regelt unter anderem den Anschluss erneuerbarer Erzeugungsanlagen und verschiedene Formen ihrer Förderung. Für eine konkrete Solaranlage müssen die passenden Vorschriften und ihre zeitliche Geltung geprüft werden. Der Name des Gesetzes allein beschreibt weder einen Förderbetrag noch sämtliche technischen Anforderungen.

BeispielZwei Dachanlagen können im selben Jahr ans Netz gehen und dennoch unterschiedlich behandelt werden, wenn sich Leistung oder Betriebsweise unterscheiden. Das Gesetz liefert dafür den Rahmen, nicht den Einzelbetrag.
Vertiefung

Begriff geprüft am

Einspeisevergütung

Die Einspeisevergütung ist eine Form der Förderung für Strom, der unter den dafür geltenden Voraussetzungen in das Netz eingespeist wird. Sie ist vom Wert des selbst genutzten Solarstroms zu unterscheiden. Welcher Satz anwendbar ist, hängt von der Anlage und den maßgeblichen Regeln ab. Ein aktuell beworbener Betrag ist daher nicht automatisch der Betrag Ihrer Anlage.

BeispielEin Angebot nennt einen Ertrag von 10.000 Kilowattstunden und einen Vergütungssatz. Für die Rechnung muss zuerst feststehen, welcher Teil dieser Menge tatsächlich eingespeist und welcher Teil im Haus verbraucht wird.
Vertiefung

Begriff geprüft am

Eigenverbrauch

Eigenverbrauch meint die Nutzung des selbst erzeugten Stroms vor Ort. Im einfachen Modell ohne Speicher zählt die zeitgleiche direkte Nutzung. Der Eigenverbrauchsanteil setzt die genutzte Strommenge ins Verhältnis zur Erzeugung. Er beantwortet damit eine andere Frage als der Autarkiegrad. Bei Zahlen mit Speicher muss erkennbar sein, wie Speicherverluste und entladener Strom behandelt werden.

BeispielVon 10 erzeugten Kilowattstunden werden 4 direkt verbraucht. Der Eigenverbrauchsanteil beträgt 40 Prozent. Über die Versorgung des Gebäudes sagt diese Zahl noch nichts aus.
Vertiefung

Begriff geprüft am

Überschusseinspeisung

Bei der Überschusseinspeisung wird Solarstrom zunächst zeitgleich vor Ort genutzt, soweit dort Verbrauch vorhanden ist. Der nicht genutzte Teil wird eingespeist. Ein Speicher kann die Stromwege zusätzlich verändern. Die Mengen müssen für eine Betrachtung der Wirtschaftlichkeit getrennt werden: Erzeugung ist nicht gleich Einspeisung.

BeispielErzeugt eine Anlage an einem Tag 10 Kilowattstunden und werden davon 4 direkt im Gebäude verbraucht, gehen 6 Kilowattstunden als Überschuss ins Netz. Nur diese 6 Kilowattstunden gehören in die Vergütungsbetrachtung.
Vertiefung

Begriff geprüft am

Volleinspeisung

Bei der Volleinspeisung wird die Anlage für die Einspeisung des erzeugten Stroms betrieben. Das ist ein anderes Modell als eine Anlage, die den Haushalt mit Solarstrom versorgen und nur Überschüsse einspeisen soll. Die jeweils erforderlichen Bedingungen und das Messkonzept sind zu klären. Ein möglicher höherer Fördersatz allein entscheidet nicht über das wirtschaftliche Ergebnis.

BeispielEin Betrieb mit ganzjährig hohem Strombedarf am Tag wird in der Regel anders planen als ein Gebäude, dessen Verbrauch überwiegend abends anfällt. Beide Fälle verlangen eine eigene Rechnung.
Vertiefung

Begriff geprüft am

Vorlauftemperatur

Die Vorlauftemperatur ist die Temperatur des Heizwassers auf dem Weg zu den Heizflächen. Welche Temperatur benötigt wird, hängt unter anderem von den Räumen, ihren Wärmeverlusten und den vorhandenen Heizflächen ab. Für eine Wärmepumpe können niedrigere erforderliche Temperaturen günstig sein. Ob sie ausreichen, muss im konkreten Gebäude fachlich geprüft werden.

BeispielWird ein Raum mit einem kleinen Heizkörper nur langsam warm, sagt das nicht automatisch, dass die Vorlauftemperatur zu niedrig ist. Auch die Heizfläche selbst kann die Ursache sein.
Vertiefung

Begriff geprüft am

Autarkiegrad

Der Autarkiegrad beschreibt, welcher Anteil des Verbrauchs im betrachteten Zeitraum durch die eigene Erzeugung gedeckt wird. Bei einem Modell ohne Speicher wird dafür der direkt genutzte Solarstrom durch den Gesamtverbrauch geteilt. Ein hoher Anteil ist keine Aussage über eine technisch vom Netz getrennte Anlage. Zeitraum und Rechenannahmen gehören immer zur Zahl.

BeispielBei 6 Kilowattstunden Verbrauch und 4 direkt genutzten Kilowattstunden liegt der Autarkiegrad bei rund 67 Prozent. Das Modell enthält weiterhin Netzbezug.
Vertiefung

Begriff geprüft am

kW, kWp und kWh

Kilowatt, abgekürzt kW, bezeichnet eine Leistung. Kilowattstunden, kWh, bezeichnen eine Energiemenge. Die Angabe kWp beschreibt die Nennleistung von Photovoltaikmodulen unter festgelegten Prüfbedingungen. Ein Angebot über eine bestimmte Modulleistung garantiert dadurch noch keinen Jahresertrag. Dieser hängt auch von Standort, Ausrichtung, Verschattung und weiteren Bedingungen ab.

BeispielEin Modul mit 2 Quadratmetern Fläche und einer Nennleistung von 430 Wattpeak liefert nicht automatisch 430 Kilowattstunden im Jahr. Zwischen Leistung und Energiemenge steht der Ertrag.
Vertiefung

Begriff geprüft am

Wechselrichter

Ein Wechselrichter wandelt den Gleichstrom der Solarmodule in Wechselstrom um, der zum jeweiligen System passt. Seine Leistungsangabe ist von der Modulleistung zu unterscheiden. Bei Steckersolar nennt die Sonderregel die Wechselrichterleistung in Voltampere. Geräteeignung, Anschlussvariante und Dokumentation gehören zur technischen Prüfung des Gesamtsystems.

BeispielZwei Geräte können dieselbe Modulleistung nennen und sich bei der Wechselrichterleistung unterscheiden. Deshalb sind beide Angaben getrennt zu lesen.
Vertiefung

Begriff geprüft am

Marktstammdatenregister

Das Marktstammdatenregister, kurz MaStR, ist das Register der Bundesnetzagentur für unter anderem Betreiber und Erzeugungseinheiten. Registrierung und Netzanschluss sind verschiedene Vorgänge. Auch eine Anlage mit Eigenverbrauch kann registrierungspflichtig sein. Für neue registrierungspflichtige Anlagen ist die Monatsfrist nach Inbetriebnahme zu beachten.

BeispielWer eine Dachanlage beauftragt, kann den Netzanschluss aus der Hand geben. Der Registereintrag bleibt dennoch eine eigene Aufgabe, deren Erledigung zu kontrollieren ist.
Vertiefung

Begriff geprüft am

Individueller Sanierungsfahrplan

Der individuelle Sanierungsfahrplan, iSFP, ist ein Ergebnis einer Energieberatung für ein Gebäude. Er beschreibt den Ausgangszustand und mögliche Schritte der energetischen Verbesserung. Er soll Abhängigkeiten verständlich machen und die spätere Planung unterstützen. Er ist keine automatische Förderzusage und ersetzt nicht sämtliche Ausführungsplanung.

BeispielSteht eine Dachsanierung ohnehin an, kann der Fahrplan festhalten, welche Vorbereitungen für eine spätere Solaranlage sinnvoll sind. Die Ausführung bleibt ein eigener Auftrag.
Vertiefung

Begriff geprüft am

Heizlast

Die Heizlast bezeichnet die erforderliche Heizleistung unter festgelegten Auslegungsbedingungen. Sie unterscheidet sich vom Energieverbrauch eines ganzen Jahres. Für eine geeignete Dimensionierung der Heizung müssen die konkreten Gebäude- und Raumverhältnisse berücksichtigt werden. Eine später verbesserte Gebäudehülle kann die benötigte Leistung verändern.

BeispielEin Gebäude mit 140 Quadratmetern Wohnfläche kann eine andere Heizlast haben als ein gleich großes Gebäude aus einem anderen Baujahr. Die Wohnfläche allein genügt nicht als Grundlage.
Vertiefung

Begriff geprüft am